Chronik

Mit seinen über 200 Jahren gehört der Musikverein Kressbronn zu den ältesten Blaskapellen im Bodenseekreis. Ein kurzer Einblick in die Geschichte des Vereins zeigt zudem viele Gründe für die weit über die Ortsgrenzen hinaus erzielten Erfolge. So zeigt sich in der musikalischen Leitung des Vereins eine große Kontinuität, wurde die Kapelle zu zwei Drittel ihrer Geschichte von nur drei Dirigenten geleitet.

Erstmals erwähnt 1805, entstand der Musikverein Kressbronn, wie zu dieser Zeit üblich aus einer Musikgruppe für die "musikalische Ausgestaltung" von Gottesdiensten. Beschränkt sich in den ersten Jahren das musikalische Leben fast ausschließlich auf kirchliche Auftritte, sind ab 1840 Auftritte der Musikgesellschaft Gattnau bei vielfältigen weltlichen Anlässen dokumentiert. Dabei handelt es sich vorwiegend um Festveranstaltungen und Aufführung von Tanzmusik in Wirtshäusern.

Wird 1864 erstmals ein Kapellmeister, Joseph Baur, erwähnt, kommt es unter seinen Nachfolgern zu Streitigkeiten und Aufspaltung der Kapelle. Nach einem heftig geführten Konkurrenzkampf kommt es 1881 zur Auflösung der Kapelle um Stefan Missenhardt und dem teilweisen Beitreten der Musikanten zur Kapelle um den Dirigenten Konrad Koch. Dieser leitet dann die Kapelle bis zu seinem Unfalltod im Jahre 1927. Erwähnenswert aus dieser Zeit ist noch die Weihe der neuen Vereinsfahne im Jahr 1901. Der Militärtrompeter Alfred Rundel wird Nachfolger von Koch, bevor er im Jahr 1929 den Dirigentenstab an Ernst Bernhard übergibt. Im Jahr 1930 wird die Musikgesellschaft Hemigkofen-Nonnenbach, ehemals Musikgesellschaft Gattnau formell gegründet. In die Zeit bis zum Erliegen der Vereinstätigkeit, aus Kriegsgründen, fallen die erstmalige Teilnahme am Blutritt in Weingarten im Jahr 1930, eine Neuuniformierung 1932, sowie die erstmalige Abhaltung des Festkonzerts am zweiten Weihnachstfeiertag 1935, welches heute noch den traditionellen Höhepunkt des Vereinsjahrs bildet.

Aus dem Jahr 1945 ist schon wieder die Beteiligung von Musikanten an der Fonleichnamsprozession dokumentiert. Auch das Konzert am zweiten Weihnachtsfeiertag wird ab dem Jahr 1947 wieder durchgeführt. Im Jahr 1955 findet anlässlich des 150-jährigen Vereinsjubiläums ein Bezirksmusikfest mit großem Festumzug statt. Tausende Zuschauer jubeln neben den Einheimischen auch vielen internationalen Musikkapellen zu. Als weiterer Höhepunkt im Vereinsleben erfolgt im Jahr 1958 die Fahnenweihe der heutigen Fahne. Mit Festzelt, Festzug und großem Programm wird dies gebührend gefeiert.

Die Gründung der Kressbronner Dorfmusikanten, "Kressbronns fröhlichem Exportartikel" im Jahr 1964, die Anschaffung einer neuen, schmucken dunkelblauen Uniform 1965 sowie die erstmalige Durchführung des Kressbronner Sommerfestes, dem Vorgänger des heutigen Pfingstfestes 1968, sind weitere wichtige Eckpunkte im Vereinsleben.

Die Eintragung ins Vereinsregister 1973, sowie die Anschaffung der neuen Uniform 1978, welche dann fast 25 Jahre lang eine Art Erkennungszeichen für die Kressbronner bildet, sind neben vielen musikalischen Auftritten weitere wichtige Ereignisse.

1977 verstarb Ernst Bernhard, nachdem er die Kapelle über 48 Jahre hinweg leitete. Sein Sohn Helmut Bernhard übernahm den Dirigentenstab und prägte nun das musikalische Leben in Kressbronn durch seine Arbeit. Sollten auch die von ihm arrangierten Musikstücke oder Eigenkompositionen über Jahre hinweg der Garant für den Erfolg der Kressbronner werden.

Die Feier zum 175-jährigen Jubiläum der Kapelle im Jahr 1980 bildet dann auch den Rahmen für den letzten Auftritt der Kressbronner Dorfmusikanten nach 16 erfolgreichen Jahren im In- und Ausland, sowie Funk und Fernsehen.

Die Romreise 1983 mit Umrahmung einer Papstaudienz, bei der die Kressbronner Musikanten vom Papst persönlich begrüßt werden ist besonders hervor zu heben. Der Papst wendet sich, obwohl schon in eine andere Richtung davon gehend, bei der Intonierung des polnischen Kirchenlieds von der "Schwarzen Madonna", von Helmut Bernhard speziell dafür arrangiert, den Kressbronnern zu und bedankt sich bei ihnen. Die Teilnahme an der Steubenparade durch die Häuserschluchten New Yorks 1984 ist ein weiterer Höhepunkt.

Bei weiteren Konzertreisen nach Ungarn 1993, sowie Kalifornien in den Jahren 1994 und 1997 begeistern die Kressbronner Musikanten ebenfalls ihr Publikum.

Neben diesen Reisen stehen all die Jahre zahlreiche Auftritte in Kressbronn, sowie im ganzen süddeutschen Raum, wie auch im angrenzenden Österreich und der Schweiz auf den Jahresprogrammen der Kressbronner Musikkapelle.

Der wohl wichtigste und populärste Auftritt außerhalb von Kressbronn ist der alljährlich, traditionell am Freitag nach Christi Himmelfahrt, stattfindende Blutritt in Weingarten.

Aber insbesondere die beiden Jahreshöhepunkte, das Pfingstfest, seit 2009 umbenannt in "Kressbronner Pfingstfestival", am Strandbadparkplatz und die beiden Festkonzerte an Weihnachten locken die Kressbronner, sowie viele Blasmusikfreunde aus nah und fern, in das Festzelt bzw. in die als Konzertsaal dekorierte Festhalle.

Dies bleibt auch so, nach dem Dirigent Helmut Bernhard sich im Jahr 2000 am Weihnachtskonzert von seinen Musikanten und seinem Publikum in den Ruhestand verabschiedet. Konnte doch mit Karlheinz Vetter ein ebenso engagierter Nachfolger gefunden werden, der die Basis für ein erfolgreiches musikalisches Treiben in Kressbronn ebenso in einer guten musikalischen Ausbildung der Jugend sieht.

Durch seine gleichzeitige Aufgabe als Leiter der Jugendmusikschule, die 2005 ebenfalls ein Jubiläum feiern konnte - das Fünfzigste - ist dafür gesorgt, dass immer wieder junge Musikanten als Nachwuchsmusiker in den Musikverein übernommen werden können.

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Geschichte Musikverein Kressbronn e.V.

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